Sonntag, 2. Oktober 2011

Perfektes Duo: Anna Oka und Asami Koshida musizierten

Japanisches Flair auf der Violine und am Klavier

Die 14jährige Anna Oka verwandelte die Konstanzer Lutherkirche in ein Konzerthaus

Fast vergisst der Zuhörer über dem eleganten, bodenlangen Kleid das jugendliche Alter der Violinistin Anna Oka. Sie ist 14 Jahre alt und doch im Musikbusiness ein „alter Hase“. Bereits mit fünf Jahren begann sie Violine zu spielen. Unterrichtet wurde sie von Margit Bonz und Kyoko Tanino. Die überaus talentierte Künstlerin ist seit 2007 Stipendiatin der Pflüger-Stiftung in Freiburg. Unterrichtet wird sie von Professor Rainer Kussmaul, Ariane Mathäus und Friederike Starkloff.

Ihre Technik ist erstaunlich ausgereift. Bei Peter I. Tchaikovskys Valse-Scherzo op 34 geht sie während des Spiels rhythmisch in die Knie. Das Timbre ist warm, kraftvoll und dennoch leichtfüßig. Scheinbar ohne Anstrengung gelingen ihr sowohl hohe als auch tiefe Lagen. Doch in wenigen Momenten atmet sie tief aus wie nach einem großen Kraftakt und reibt sich ihr linkes Handgelenk. Winzige Hinweise darauf, wie anstrengend Violinespielen auf hohem Niveau ist.

Ihre Interpretation von J. S. Bachs Sonate Nr. 4, c-moll BWV 1017 ist sehr berührend. Anna Oka schließt die Augen, erfühlt die Musik. Die Akustik in der Konstanzer Lutherkirche kommt den Klängen von Anna Oka und ihrer Begleiterin Asami Koshida am Klavier sehr entgegen. Die Töne erfüllen das Kirchenschiff beinahe wie ein ganzes Orchester. Obwohl Anna Oka diverse Preise gewonnen hat, (2008 Sonderpreis beim Internationalen Marschnerwettbewerb; 2009 Zweiter Preis beim Internationalen Wettbewerb für junge Geiger in Warschau; 2010 Erster Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“) ist sie extrem schüchtern und bescheiden.

Nach ihren Darbietungen von Eugene Ysaye, Solo-Sonate Nr. 2 op. 27 und einer Phantasie von „Carmen“ von G. Bizet verneigt sie sich kurz vor dem Publikum, um umgehend hinter den Vorhang zu gehen. Noch scheint ihr der tosende Applaus ein wenig fremd zu sein. Als Zugabe, die sie selber ankündigte, gab es ein Stück von Kreisler.
Anna Oka zupft Saiten auch einmal wie bei „Carmen“ und Eugene Ysaye und fährt sehr langsam über die Saiten, als ob sie jeden Ton auskosten will. Nur selten blickte Asami Koshida wegen der Einsätze zu Anna Oka. Die Pianistin studierte Klavier in Tokio und Freiburg. Danach folgte ein Studium in der Liedklasse an der Musikhochschule Karlsruhe, das sie mit Auszeichnung abschloss. Auch sie gewann viele Wettbewerbe.

Das Konzert in der Lutherkirche war ein voller Erfolg. Neben der Musik ist Anna Oka Schülerin im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Konstanz. Veranstaltet wurde das Benefizkonzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesichter der Demenz“ vom Altenhilfeverein Konstanz.
© Corinna S. Heyn

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